Da Cybersicherheit weltweit branchenübergreifend immer wichtiger wird, ist es unerlässlich, die inhärenten Gefahren unserer Netzwerke, Systeme und Software zu erkennen. Eine dieser Gefahren ist die „fehlerhafte Zugriffskontrolle“, eine Schwachstelle, die, wenn sie ausgenutzt wird, zur Gefährdung sensibler Daten, zu Beeinträchtigungen des Geschäftsbetriebs und sogar zum Vertrauensverlust der Nutzer führen kann. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Untersuchung dieser häufigen, aber oft übersehenen Sicherheitslücke.
Fehlerhafte Zugangskontrolle verstehen
Eine fehlerhafte Zugriffskontrolle liegt vor, wenn ein Benutzer Aktionen ausführen kann, die ihm nicht gestattet sein sollten, oder auf Daten zugreifen kann, zu denen er keinen Zugriff haben sollte. Dies reicht vom Einsehen sensibler Informationen über das Bearbeiten von Daten anderer Benutzer bis hin zur Übernahme administrativer Funktionen. Die implementierten Zugriffskontrollmechanismen, die diese Aktionen einschränken sollen, sind in solchen Fällen entweder nicht vorhanden, unzureichend oder falsch konfiguriert – die Zugriffskontrolle ist im Wesentlichen „defekt“.
Häufige Formen fehlerhafter Zugangskontrolle
Fehlerhafte Zugriffskontrolle kann sich in Softwareanwendungen auf vielfältige Weise äußern. Zu den häufigsten Formen gehören unsichere direkte Objektverweise (IDOR), fehlende Zugriffskontrolle auf Funktionsebene und erzwungenes Browsen.
Unsichere direkte Objektverweise (IDOR) treten auf, wenn eine Anwendung einen Verweis auf ein internes Implementierungsobjekt offenlegt. Ein Angreifer kann diese Verweise manipulieren, um unbefugten Zugriff auf andere Objekte zu erlangen.
Fehlende Zugriffskontrolle auf Funktionsebene tritt häufig auf, wenn eine Anwendung nicht konsequent Autorisierungsprüfungen durchführt, bevor sie den Zugriff auf Funktionen gewährt. Ein Angreifer kann dadurch möglicherweise Funktionen ausführen, die eigentlich nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fallen sollten.
Forced Browsing ist eine von Angreifern angewandte Technik, mit der sie versuchen, durch manuelle Eingabe von URLs oder Änderung von URL-Parametern auf Ressourcen zuzugreifen. Fehlt einer Anwendung eine effektive Zugriffskontrolle, kann diese Methode zu unbefugtem Zugriff auf geschützte Seiten führen.
Erkennung defekter Zugangskontrollsysteme
Das Aufspüren von Sicherheitslücken in der Zugriffskontrolle kann sich als schwierig erweisen, da es gründliche Tests erfordert, die sowohl manuelle als auch automatisierte Methoden umfassen. Dazu gehören beispielsweise Benutzerrollenmatrix-Tests, automatisierte Scans und Penetrationstests .
Benutzer-Rollen-Matrix-Test: Durch die Erstellung einer Matrix, die festlegt, welche Aktionen jede Benutzerrolle (z. B. Kunde, Endbenutzer, Administrator usw.) ausführen kann und welche nicht, können Sie manuell testen, ob die Zugriffsbeschränkungen effektiv funktionieren.
Automatisierte Scans: Verschiedene auf dem Markt erhältliche automatisierte Tools können Angriffe simulieren, um potenzielle Autorisierungsschwachstellen zu identifizieren. Diese Tools können zwar offensichtliche Schwachstellen aufdecken, aber auch zu falsch positiven oder falsch negativen Ergebnissen führen.
Penetrationstests: Wenn erfahrene Penetrationstester versuchen, Ihre Zugriffskontrollen zu umgehen, können potenzielle Sicherheitslücken aufgedeckt werden, einschließlich Schwächen im Zusammenhang mit fehlerhaften Zugriffskontrollen.
Verhinderung fehlerhafter Zugangskontrolle
Es gibt zahlreiche wichtige Maßnahmen, die Teams ergreifen können, um fehlerhafte Zugriffskontrolle in ihren Anwendungen zu verhindern. Dazu gehören die Durchsetzung der Standardverweigerung, das Prinzip der minimalen Berechtigungen und regelmäßige Zugriffsprüfungen.
Standardmäßige Zugriffsverweigerung: Alle Zugriffsanfragen sollten standardmäßig abgelehnt werden, sofern sie nicht explizit erteilt werden. Genehmigen Sie nur die Berechtigungen, die für die jeweilige Rolle erforderlich sind.
Prinzip der minimalen Berechtigungen: Benutzerkonten, Systeme und Anwendungen sollten nur über die minimal erforderlichen Berechtigungen verfügen, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Durch die Reduzierung der Zugriffsrechte wird das Risiko einer Ausnutzung verringert, falls ein Konto oder eine Anwendung kompromittiert wird.
Regelmäßige Zugriffsprüfungen: Konten und deren Zugriffsebenen werden regelmäßig überprüft. Dies dient nicht nur der Bestätigung, dass die korrekten Beschränkungen eingerichtet sind, sondern auch dem Entzug unnötiger Zugriffsrechte.
Abschließend
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass fehlerhafte Zugriffskontrolle ein kritisches Problem der Cybersicherheit darstellt, das angemessene Aufmerksamkeit und systematische Präventionsmaßnahmen erfordert. Das Verständnis dieser Schwachstelle und ihrer verschiedenen Ausprägungen, verbunden mit effektiven Methoden zur Erkennung und Prävention, versetzt Teams in die Lage, sicherere Software zu entwickeln. Denken Sie daran: Wachsamkeit und proaktives Handeln sind entscheidend, um dieses Risiko zu minimieren und die Sicherheit Ihrer Anwendungen zu gewährleisten.