Wenn es um Cybersicherheits-Frameworks geht, fallen einem oft zwei Hauptakteure ein: CIS Controls und das National Institute of Standards and Technology (NIST). Obwohl beide das gemeinsame Ziel verfolgen, Best Practices für den Aufbau sicherer IT-Systeme bereitzustellen, können sich ihre Ansätze, Schwerpunkte und Anwendungsbereiche deutlich unterscheiden. Das Verständnis dieser Unterschiede – „CIS Controls vs. NIST“ – kann Unternehmen helfen, die Ressourcen optimal für eine bestmögliche Cybersicherheitsvorsorge zu nutzen.
Grundlagen verstehen: CIS-Kontrollen vs. NIST
Die CIS-Kontrollen (Center for Internet Security) sind eine Sammlung international anerkannter Best Practices, die Organisationen bei der Abwehr weit verbreiteter Cyberbedrohungen unterstützen. Die neueste Version (v8) umfasst 18 Sicherheitskontrollen, die in drei Kategorien unterteilt sind: Basis, Fundamental und Organisatorisch. Jede Kontrolle bietet konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Cybersicherheit.
Das NIST Cybersecurity Framework hingegen ist ein Leitfaden zur Steuerung und Reduzierung von Cybersicherheitsrisiken auf Unternehmensebene. Es wurde vom NIST im Auftrag der US-Regierung entwickelt. Das NIST Framework zielt nicht darauf ab, neue Standards zu etablieren, sondern nutzt bestehende Standards, Richtlinien und Verfahren, um ein umfassendes, übergeordnetes Rahmenwerk zu schaffen, das für alle Organisationen geeignet ist.
Wesentliche Unterschiede in Fokus und Struktur
Während die CIS-Kontrollen konkrete Maßnahmen zur Reduzierung spezifischer Cyberbedrohungen vorgeben, ist das NIST-Framework strategischer ausgerichtet und bietet einen übergeordneten, risikoorientierten Ansatz für ein umfassendes Cybersicherheitsprogramm. Im Vergleich zu den NIST-Kontrollen fungieren die CIS-Kontrollen im Wesentlichen als Aufgabenliste für IT-Sicherheitsteams, während das NIST-Framework als umfassender Leitfaden für die Erstellung, Bewertung und Aufrechterhaltung eines vollständigen Cybersicherheitsprogramms dient.
Auch die Struktur beider Ansätze weist wesentliche Unterschiede auf. Die CIS-Kontrollen stellen eine priorisierte, relativ überschaubare Menge an Maßnahmen dar, die, wenn sie umgesetzt werden, das Risiko von Cyberbedrohungen deutlich reduzieren. NIST hingegen konzentriert sich auf fünf Kernfunktionen: Identifizieren, Schützen, Erkennen, Reagieren und Wiederherstellen. Diese leiten Organisationen dazu an, Cybersicherheit nicht nur als statische Checkliste, sondern als kontinuierlichen Prozess zu betrachten.
Implementierung und Benutzerfreundlichkeit
Hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit und Implementierung gilt CIS oft als benutzerfreundlicher, insbesondere für kleinere Organisationen ohne umfassende IT-Ressourcen. Es bietet konkretere, schrittweise Anleitungen, die auch von Teams mit begrenzter Erfahrung im Bereich Cybersicherheit umgesetzt werden können. NIST hingegen ist zwar umfassender, erfordert aber möglicherweise ein tieferes Verständnis und mehr Ressourcen für die effektive Entwicklung und Aufrechterhaltung eines Cybersicherheitsprogramms.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass sich die „CIS-Kontrollen und NIST“ trotz ihrer Unterschiede nicht gegenseitig ausschließen. Viele Organisationen nutzen CIS effektiv für taktische Beratung und konkrete Maßnahmen, während sie das NIST-Framework für eine strategischere Betrachtung des Cybersicherheitsmanagements auf höherer Ebene einsetzen.
Gemeinschaft und Zusammenarbeit
Die Nutzergemeinschaft ist ein weiterer wesentlicher Unterschied. CIS Controls werden durch die Zusammenarbeit von IT-Experten weltweit entwickelt. Im Gegensatz dazu stützt sich das NIST-Framework primär auf öffentliche und private US-amerikanische Einrichtungen und ist eng an US-amerikanische Standards und Vorschriften gebunden.
Kontinuierliche Evolution
Ein weiterer wichtiger Vergleichspunkt zwischen CIS- und NIST-Kontrollen ist deren Entwicklung. Beide Rahmenwerke sind dynamisch und darauf ausgelegt, sich mit den sich ändernden Risiken, Technologien und Bedrohungslandschaften weiterzuentwickeln. CIS aktualisiert seine Kontrollen häufiger und passt sie so den sich schnell wandelnden Cyberbedrohungsszenarien an, während die Aktualisierungen von NIST zwar seltener, aber oft umfassender sind.
Beide Rahmenwerke betonen jedoch die Wichtigkeit regelmäßiger Überprüfungen und Überarbeitungen der Cybersicherheitspraktiken und heben hervor, dass Cybersicherheit keine einmalige Aufgabe, sondern eine kontinuierliche Notwendigkeit in der heutigen digitalen Landschaft ist.
Fazit: Welches ist das Beste?
„CIS Controls vs. NIST“ – die Wahl des überlegenen Frameworks ist keine objektive Angelegenheit. Unternehmen empfinden je nach Branche, regulatorischem Umfeld, Größe, technischen Ressourcen oder den spezifischen Risiken, denen sie ausgesetzt sind, möglicherweise das eine als intuitiver, relevanter oder einfacher zu implementieren. Der beste Ansatz könnte eine Kombination beider sein: die praktische Anwendbarkeit von CIS Controls für taktische Maßnahmen kombiniert mit der strategischen Ausrichtung des NIST-Frameworks zur Steuerung von Cybersicherheitsrisiken auf Unternehmensebene.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wahl zwischen CIS Controls und dem NIST Cybersecurity Framework von den spezifischen Bedürfnissen, Ressourcen und der Art der Cybersicherheitsbedrohungen abhängt, denen Ihr Unternehmen ausgesetzt ist. Beide Ansätze haben ihre Stärken, und das Verständnis dieser Details ist entscheidend für die effektive Nutzung der Ressourcen. Berücksichtigen Sie die individuellen Merkmale und die Bedrohungslandschaft Ihres Unternehmens, um eine fundierte Entscheidung zwischen CIS Controls und NIST zu treffen.