Bei illegalen Online-Aktivitäten benötigt man Experten, die den Täter anhand der hinterlassenen digitalen Spuren ermitteln können. Diese Experten werden als Computerforensiker bezeichnet und spielen eine entscheidende Rolle im Bereich der Cybersicherheit. In diesem Blogbeitrag beleuchten wir die Feinheiten der Computerforensik und ihre Bedeutung für die Cybersicherheit.
Die Wissenschaft des Extrahierens, Sicherns und Auswertens computerbasierter Beweismittel wird als Computerforensik bezeichnet. Sie umfasst das Aufspüren digitaler Beweise am Tatort und deren Interpretation, um den Hergang des Ereignisses, die beteiligten Personen und den Tathergang zu rekonstruieren. Es ist die Methode von Sherlock Holmes, jedoch unterstützt durch leistungsstarke Computer.
Was ist Computerforensik?
Eine computerforensische Untersuchung ist die Analyse von Computern und den dazugehörigen Daten mit dem Ziel, gerichtsverwertbare Beweise zu finden. Ähnlich wie forensische Experten an einem Tatort nach Fingerabdrücken und DNA-Spuren suchen, suchen Computerforensiker nach digitalen Spuren, die entweder ein Verbrechen beweisen oder zu dessen Aufklärung beitragen können.
Diese Untersuchungen umfassen häufig die Wiederherstellung verlorener Daten, die Identifizierung unbefugter Zugriffe, die Ermittlung, wie ein Angreifer Zugriff erlangt hat, was während eines Vorfalls geschah und wer daran beteiligt war. Sie tragen außerdem dazu bei, die Daten des Unternehmens zu schützen und ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.
Ablauf der computerforensischen Untersuchung
Der Ablauf einer computerforensischen Untersuchung umfasst normalerweise vier Phasen: Sammlung, Untersuchung, Analyse und Berichterstattung.
Sammlung
In dieser Phase sichern die Ermittler digitale Beweismittel aus allen möglichen Quellen, ohne diese zu verändern. Beweismittel können sich an verschiedenen Orten befinden, beispielsweise in Computerdateien, gespeicherten Daten, E-Mails, Cloud-Diensten, Smartphones oder anderen elektronischen Geräten. Ziel ist es, eine exakte Kopie der Daten zu erstellen, um die Ermittlungen zu beginnen, ohne die Originaldaten zu beeinträchtigen.
Prüfung
Diese Phase beinhaltet eine gründliche Überprüfung der gesammelten Beweise mithilfe spezieller Software. Ziel ist es, die digitalen Daten in eine Form zu bringen, in der relevante Informationen erkennbar und interpretierbar sind.
Analyse
In dieser Phase nutzen die Ermittler die untersuchten Daten, um die Details des Vorfalls zu verstehen: Wie er sich ereignet hat, wer beteiligt war und welche Auswirkungen er hatte. Diese Phase kann die Rekonstruktion gelöschter Dateien, die Entschlüsselung verschlüsselter Daten oder die Verfolgung von Datenspuren zur Beweissicherung umfassen.
Berichterstattung
Nach Abschluss aller Phasen präsentieren die Ermittler ihre Ergebnisse. Der Bericht umfasst in der Regel die während der Ermittlungen unternommenen Schritte, die gefundenen Beweise und deren Bedeutung für den Fall.
Unverzichtbare Werkzeuge bei computerforensischen Untersuchungen
Für eine effiziente Computerforensik ist ein Werkzeugkasten mit spezialisierter forensischer Ausrüstung erforderlich. Diese Werkzeuge helfen bei der Identifizierung, Sicherung, Extraktion und Analyse digitaler Beweismittel. Zu den bekanntesten Werkzeugen gehören unter anderem AccessData FTK, EnCase Forensic, ProDiscover Forensic, Volatility Framework und Wireshark.
Die Rolle computerforensischer Untersuchungen in der Cybersicherheit
Angesichts der stetig wachsenden Besorgnis über Datenlecks, Ransomware-Angriffe und Cyberbedrohungen haben computerforensische Untersuchungen an Bedeutung gewonnen. Sie helfen nicht nur, den Täter zu ermitteln, sondern auch, die Schwächen und Sicherheitslücken des Unternehmens zu erkennen und so einen besseren Schutz vor zukünftigen Angriffen zu gewährleisten.
Aus Sicht der Cybersicherheit sind computerforensische Untersuchungen eine unverzichtbare Ressource, um die Struktur eines Angriffs zu verstehen – von der Hacking-Methode bis zur Identifizierung des Täters. Bei effektiver Nutzung können die durch computerforensische Untersuchungen gewonnenen Beweise zu erfolgreichen Sicherheitsverbesserungen, Strafverfolgungen und sogar Verurteilungen führen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Computerforensik ein integraler Bestandteil der Cybersicherheit ist. Sie trägt zur Entwicklung einer präventiven Strategie bei, die Cyberbedrohungen eindämmen und Schäden begrenzen kann. Durch die Gewinnung von Erkenntnissen über Angriffsvektoren, Schwachstellen und Täter ermöglicht dieser Untersuchungsprozess Unternehmen, ihre Sicherheit zu verbessern und sich besser auf Cyberbedrohungen vorzubereiten. Die Computerforensik ist ein sich ständig weiterentwickelndes Feld, das sich an die Herausforderungen immer komplexerer Cyberbedrohungen anpasst. Daher werden Industrie, Organisationen und Regierungen auch in Zukunft auf die Computerforensik angewiesen sein, um ihre digitale Welt zu schützen, während wir uns immer tiefer in das digitale Zeitalter begeben.