Die zunehmende Verbreitung von Technologie im Gastgewerbe ist nicht verwunderlich. Angesichts des hohen Wettbewerbsdrucks versuchen Hoteliers, die Möglichkeiten der Technologie voll auszuschöpfen. Von der Unterstützung des Managements im Hintergrund bis hin zur direkten Verbesserung des Gästekomforts – Technologie ist ein zentraler Bestandteil der modernen Hotellerie.
Hotels setzen auf nahezu allen Ebenen eine Vielzahl von Technologien ein. Vom Check-in bis zum Check-out ist die Gestaltung des Gästeerlebnisses stark technologieabhängig. Diese Technologieabhängigkeit bietet zwar zahlreiche Vorteile für Hoteliers und Gäste, erhöht aber gleichzeitig das Risiko für die Cybersicherheit des Unternehmens.
Hier sind vier Gründe, die verdeutlichen, warum Cybersicherheit in der Hotelbranche von größter Bedeutung ist:
Abhängigkeit von digitalen Systemen:
In vielen Hotels weltweit sind Zugangssysteme mit Schlüsselkarten bereits Standard. Automatisierung, intelligente Geräte und IoT-gesteuerte Anlagen gewinnen rasant an Beliebtheit. Biometrische Sicherheitssysteme verzeichnen ein ähnliches Wachstum. Die Hotellerie setzt diese Systeme aufgrund ihres Komforts und ihrer einfachen Handhabung gerne ein. Sind sie jedoch ungesichert, können sie von Cyberkriminellen ausgenutzt werden, was verheerende Folgen haben kann.
Die Webseitenanwendungen, Netzwerke und Server eines Hotels müssen ebenfalls geschützt werden. Maßnahmen wie Firewalls, Netzwerküberwachung, Malware-Schutz und SSL-Protokolle tragen zu einer umfassenden und robusten Cybersicherheit bei.
Das WLAN des Hotels ist ein weiterer kritischer Punkt, der unbedingt gesichert werden muss. Viele Hotelgäste und Besucher haben uneingeschränkten Zugriff darauf. Daher ist die Absicherung der externen Netzwerke entscheidend, um zu verhindern, dass sie zu einem potenziellen Einfallstor für Angriffe werden. Ein kompromittiertes Netzwerk kann auch genutzt werden, um Angriffe auf die Geräte der Gäste zu starten oder in die Systeme und die Infrastruktur des Hotels einzudringen.
Datenspeicher:
Hotels sind für Cyberkriminelle eine wahre Fundgrube an Daten . Aufgrund der Branchenspezifik und der Abhängigkeit von personenbezogenen Daten speichern Hotels in der Regel riesige Mengen an Gästedaten. Darüber hinaus speichern Hotels häufig sensible personenbezogene Daten ihrer Gäste zusammen mit deren Zahlungsinformationen. Dies macht sie zu einem attraktiven Ziel für Hacker. Je größer die Hotelkette, desto anfälliger ist sie für Cyberangriffe, da die Menge der potenziell gefährdeten Informationen größer ist.
Die Folgen eines Datenlecks können weitreichender sein. So können beispielsweise offengelegte Daten für Finanzbetrug oder Identitätsdiebstahl missbraucht werden. Auch teure Gerichtsverfahren und Bußgelder können die Folge eines Datenlecks sein. Für ein Hotel bedeutet der unzureichende Schutz sensibler Gästedaten einen Vertrauensverlust bei den Kunden und eine Rufschädigung.
Abhängigkeit von Zahlungssystemen:
Kartenbasierte Zahlungssysteme sind in der Hotellerie allgegenwärtig. Von Online-Buchungen bis hin zu Zahlungen im Hotel – Finanztransaktionen sind in Hotels maßgeblich von diesen Systemen abhängig. Auch kontaktlose Zahlungssysteme gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Da kartenbasierte Zahlungssysteme den Großteil der Gästezahlungen abwickeln, zählen sie zu den wichtigsten technologischen Anlagen eines Hotels. Daher müssen sie wirksam geschützt werden.
Auch bei kartenbasierten Zahlungssystemen bestehen regulatorische Bedenken. Jedes US-Unternehmen, das Kredit- oder Debitkarten akzeptiert, muss den PCI-DSS-Datensicherheitsstandard einhalten. Verstöße können zu Geldstrafen von bis zu 50.000 US-Dollar pro Vorfall führen. Unternehmen können sogar für die durch Datenschutzverletzungen entstandenen Verluste haftbar gemacht werden.
Personalherausforderungen aus sicherheitspolitischer Sicht:
Die Hotel- und Gastronomiebranche ist mit einer hohen Personalfluktuation konfrontiert. Aufgrund der Saisonalität vielerorts erleben die Dienstleister der Branche zudem einen ständigen Personalwechsel. Unter diesen Umständen ist die Umsetzung von Cybersicherheitsschulungen und -maßnahmen für das Personal in der Hotel- und Gastronomiebranche generell komplex.
Doch um Social Engineering und Phishing-Angriffe zu erkennen und die Einhaltung bewährter Verfahren im Bereich Cybersicherheit zu gewährleisten, ist eine gute Ausbildung der Mitarbeiter erforderlich.
Für die meisten Hotels weltweit sind technologiebasierte Dienste und Anwendungen nicht nur zusätzliche Werkzeuge, sondern integraler Bestandteil ihrer Infrastruktur. Hotels sind für ihren Betrieb auf eine Vielzahl von Technologien angewiesen. Werden diese digitalen Systeme kompromittiert, kann der gesamte Hotelbetrieb lahmgelegt werden. Daher müssen Unternehmen im Gastgewerbe robuste Cybersicherheitsmaßnahmen ergreifen.