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Der Unterschied zwischen Penetrationstests und Red Teaming

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John Price
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Penetrationstests und Red Teaming sind zwei Ansätze zur Bewertung der Sicherheit von Systemen, Netzwerken und Abwehrmechanismen einer Organisation. Beide Techniken liefern wertvolle Erkenntnisse über Schwachstellen und Sicherheitslücken in den Abwehrmechanismen eines Unternehmens, dennoch bestehen einige wesentliche Unterschiede zwischen den beiden Ansätzen.

Der Begriff „ Red-Team-Assessment “ stammt aus dem Militär. Er beschreibt das Vorgehen, bei dem man die Rolle eines Gegners übernimmt, um die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte zu testen. Im Bereich der Cybersicherheit verfolgt ein Red-Team-Assessment denselben Zweck: Es prüft die Verteidigungsfähigkeit einer Organisation gegen Cyberangriffe. Ein Red-Team-Assessment ist ein strategischer und verdeckter Vorgang, um sich möglichst effizient Zugang zu einem Zielsystem zu verschaffen. Es wird von einem Team aus erfahrenen Experten durchgeführt, die gemeinsam eine Schwachstelle im Zielbereich ausnutzen und die Bereitschaft und Reaktionsfähigkeit Ihrer Organisation gegenüber dem simulierten Angriff testen.

Ein Penetrationstest hingegen zielt darauf ab, möglichst viele Schwachstellen auszunutzen. Die Ergebnisse eines Penetrationstests sind ein vollständiger Bericht über die gefundenen Schwachstellen und die damit verbundenen Risiken. Der Bericht beschreibt detailliert, wie die Systeme ausgenutzt oder penetriert wurden, und enthält die Schritte zur Reproduktion des Angriffs.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Penetrationstests und Red Teaming liegt im Umfang der Bewertung. Penetrationstests konzentrieren sich typischerweise auf spezifische Systeme oder Netzwerke, während Red Teaming einen umfassenderen Ansatz verfolgt und alle Aspekte der Verteidigung eines Unternehmens untersucht. Dieser breitere Blickwinkel ermöglicht es Red Teaming, Schwachstellen und Sicherheitslücken aufzudecken, die bei einer rein technischen Fokussierung möglicherweise nicht erkennbar sind. Obwohl beide Methoden Wege finden, Ihre Cybersicherheit zu durchbrechen, testet nur eine Red-Team-Bewertung die Verteidigungsfähigkeit Ihres Unternehmens und dessen Bereitschaft, den simulierten Cyberangriff abzuwehren.

Die Unterschiede

Um herauszufinden, welcher Test für Ihr Unternehmen der richtige ist, müssen Sie verstehen, was Sie erreichen wollen und warum Sie den Test überhaupt durchführen.

Ziele

Ziel eines Penetrationstests ist es, möglichst viele Schwachstellen in Ihren bestehenden Cybersicherheitsprotokollen aufzudecken und auszunutzen. Sie erhalten einen detaillierten Bericht, der die Schwachstellen und die Hergang der Sicherheitsvorfälle beschreibt. Die Reaktionsfähigkeit Ihres Unternehmens wird dabei nicht geprüft.

Das Ziel einer Red-Team-Analyse ist zielgerichteter. Sie dient nicht nur dazu, Schwachstellen aufzuspüren und auszunutzen, sondern auch dazu, die Reaktion Ihres Teams auf Sicherheitsvorfälle sowie dessen Fähigkeit zur Antizipation von Cyberbedrohungen und potenziellen Angriffspunkten zu ermitteln.

Dauer

Penetrationstests sind in der Regel schneller, während Red-Team-Assessments durchdachter und strategischer ablaufen. Ein Penetrationstest ist üblicherweise zeitlich begrenzt und kann ein bis zwei Wochen dauern, während ein Red-Team-Assessment ergebnisoffen ist und so lange andauert, bis das Ziel erreicht ist, was einen Monat oder länger dauern kann.

Methodologien

Ein Penetrationstest ist umfassender, da er nicht bei einer einzelnen Schwachstelle aufhört, sondern alle Systemschwachstellen aufspürt und ausnutzt. Er mündet in einem detaillierten Bericht darüber, wie die Schwachstellen gefunden wurden und wie sie behoben werden können. Penetrationstests konzentrieren sich typischerweise auf die Identifizierung von Schwachstellen in den technischen Abwehrmechanismen einer Organisation. Red Teaming hingegen verfolgt einen umfassenderen Ansatz und betrachtet alle Aspekte der Abwehrmechanismen einer Organisation, einschließlich technischer, physischer und personeller Aspekte. Dadurch kann Red Teaming Schwachstellen aufdecken, die bei einer einseitigen Fokussierung auf die technischen Abwehrmechanismen möglicherweise nicht erkennbar wären.

Eine Red-Team-Analyse ist strategischer angelegt. Das Team arbeitet zusammen, um ein bestimmtes Ziel zu kompromittieren und gleichzeitig die Reaktion des Unternehmens zu analysieren. Die Taktiken werden angepasst, sobald das interne Verteidigungsteam den Angriff abwehrt. Es handelt sich um eine gründliche und langwierige Analyse.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Penetrationstests und Red Teaming zwei Ansätze zur Bewertung der Sicherheit von Systemen, Netzwerken und Abwehrmechanismen eines Unternehmens darstellen. Penetrationstests konzentrieren sich auf die Identifizierung von Schwachstellen in spezifischen Systemen oder Netzwerken, während Red Teaming einen umfassenderen Ansatz verfolgt und alle Aspekte der Unternehmensabwehr untersucht. Beide Techniken liefern wertvolle Erkenntnisse über die Schwachstellen der Unternehmensabwehr, unterscheiden sich jedoch in Umfang, Realitätsnähe und Fokus der Analysen. Der richtige Ansatz für Ihr Unternehmen hängt von Ihren spezifischen Bedürfnissen und Zielen ab.

Welches ist das Richtige für Ihr Unternehmen?

Es kommt ganz auf die Ziele Ihres Unternehmens an. Wollen Sie möglichst viele Schwachstellen in Ihrem aktuellen Cybersicherheitsprogramm aufdecken? Dann sollten Sie einen Penetrationstest durchführen. Wenn Sie die Schwächen in der Reaktion Ihres IT-Teams auf einen Cyberangriff ermitteln möchten, hilft Ihnen eine Red-Team-Analyse dabei.

Es ist außerdem wichtig zu beachten, dass Penetrationstests in einigen Branchen zur Einhaltung von Vorschriften erforderlich sind. HIPAA und PCI schreiben jährliche Penetrationstests vor, Red-Team-Assessments hingegen nicht.

Red-Team-Assessments sind in der Regel zeitaufwändiger und daher teurer. Aus diesem Grund eignen sie sich nicht für jedes Unternehmen. Sie sollten Red-Team-Assessments jedoch in Betracht ziehen, wenn Ihr bestehendes Sicherheitsprogramm ausgereift ist, Sie über ein etabliertes Penetrationstesting-Programm mit in der Regel positiven Ergebnissen verfügen und/oder ein effektives und gut organisiertes Schwachstellenmanagement-Programm besitzen.

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