Beim Management von Drittparteirisiken ist es wichtig, die verschiedenen Bedrohungsarten für Unternehmen zu erkennen und zu verstehen. Jedes Unternehmen sollte sich daher der vier Kernrisiken bewusst sein, da diese die Angriffsfläche für Cyberangriffe vergrößern können. In diesem Artikel erläutern wir diese vier Risikoarten anhand des Schlüsselbegriffs „Definition der Cyberangriffsfläche“ und stellen Strategien zu deren Minderung vor.
Einführung
Im Zeitalter der Globalisierung und digitalen Vernetzung sind Unternehmen häufig auf Drittanbieter angewiesen, um ihre Abläufe zu optimieren, Innovationen voranzutreiben und wettbewerbsfähig zu bleiben. Die zunehmende Vernetzung vergrößert jedoch auch die Angriffsfläche für Cyberangriffe auf Ihr Unternehmen. Die „Angriffsfläche für Cyberangriffe“ umfasst alle Punkte, an denen ein unbefugter Nutzer versuchen kann, Daten in Ihre digitale Umgebung einzugeben oder daraus zu extrahieren.
Hauptteil
Typ 1: Strategisches Risiko
Die erste Risikoart ist das strategische Risiko. Dieses Risiko bezieht sich auf die potenziellen Gefahren, denen strategische Entscheidungsprozesse ausgesetzt sein können, wenn ein externer Dienstleister eingebunden ist. Strategische Entscheidungen, die beispielsweise die Auslagerung von Geschäftsprozessen beinhalten, können zentrale Geschäftsfunktionen beeinträchtigen und weitreichende Folgen haben.
Die Minderung strategischer Risiken erfordert eine umfassende Due-Diligence-Prüfung vor dem Eingehen einer Partnerschaft. Eine sorgfältige Analyse der strategischen Ziele, der bisherigen Leistungen und des Rufs des Anbieters hilft dabei, die Übereinstimmung mit Ihren Geschäftszielen zu bewerten und potenzielle Problembereiche zu identifizieren.
Typ 2: Compliance-Risiko
Die zweite Risikoart ist das Compliance-Risiko. Da Unternehmen verschiedenen regulatorischen Rahmenbedingungen unterliegen, müssen auch Drittanbieter diese einhalten, um rechtliche und finanzielle Strafen zu vermeiden. Die Gefahr der Nichteinhaltung gefährdet nicht nur Ihren Ruf, sondern kann auch Ihre Angriffsfläche für Cyberangriffe vergrößern.
Um Compliance-Risiken zu minimieren, sollten Sie von den Anbietern Transparenz hinsichtlich ihrer Compliance-Programme fordern. Verlangen Sie von ihnen den Nachweis, dass sie alle relevanten Vorschriften und Standards wie die DSGVO, HIPAA usw. einhalten. Es empfiehlt sich außerdem, regelmäßige Audits und Bewertungen durchzuführen, um die fortlaufende Einhaltung der Vorschriften zu überprüfen.
Typ 3: Operatives Risiko
Die dritte Risikoart ist das operationelle Risiko. Operationelle Risiken bezeichnen potenzielle Verluste, die durch unzureichende oder fehlerhafte Verfahren, Systeme oder Richtlinien entstehen. Dieses Risiko ist besonders hoch, wenn Dritte Zugriff auf sensible oder vertrauliche Informationen haben und dadurch die Angriffsfläche für Cyberangriffe Ihres Unternehmens vergrößern.
Zu den wirksamen Risikominderungsstrategien gehören die Festlegung klar definierter Rollen und Verantwortlichkeiten für beide Parteien, die Durchführung regelmäßiger Leistungsbeurteilungen und das Vorhandensein robuster Notfallpläne für den Umgang mit etwaigen Betriebsstörungen.
Typ 4: Cybersicherheitsrisiko
Die vierte Risikoart ist das Cybersicherheitsrisiko. Darunter versteht man die potenziellen Bedrohungen durch Cyberkriminelle, die Schwachstellen in Ihren Systemen oder denen Ihrer Lieferanten ausnutzen wollen. Durch die zunehmende Vernetzung und Abhängigkeit von Drittanbietern vergrößert sich die Angriffsfläche für Cyberangriffe auf Ihr Unternehmen zwangsläufig.
Um dieses Risiko zu minimieren, sind robuste Cybersicherheitsmaßnahmen sowohl intern als auch bei Drittanbietern erforderlich. Etablieren Sie strenge Sicherheitsprotokolle, führen Sie regelmäßig Cybersicherheits-Risikobewertungen durch, nutzen Sie Systeme zur Bedrohungsanalyse und bestehen Sie auf regelmäßigen Sicherheitsüberprüfungen Ihrer Drittanbieter. Stellen Sie stets sicher, dass Ihre Anbieter die Cybersicherheitsrichtlinien Ihres Unternehmens im Rahmen des Vertrags verstehen und einhalten.
Abschluss
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Management von Drittparteirisiken ein entscheidender Aspekt moderner Geschäftsabläufe ist. Die Zusammenarbeit mit externen Anbietern ist oft unvermeidbar, bedeutet aber gleichzeitig eine Vergrößerung der Angriffsfläche im Cyberraum. Daher ist es wichtig, potenzielle Risiken zu erkennen und proaktiv zu managen. Durch das Verständnis der vier Kernrisikoarten – strategisches Risiko, Compliance-Risiko, operatives Risiko und Cybersicherheitsrisiko – können Unternehmen effektive Pläne und Strategien entwickeln, um sich zu schützen und diese Bedrohungen zu minimieren. Umfassendes Lieferantenmanagement, sorgfältige Prüfung, robuste Sicherheitsprotokolle und ein kontinuierliches Engagement für Risikobewertung und -minderung können die Auswirkungen dieser Risiken auf ein Unternehmen erheblich reduzieren.