Die neueste Bedrohung für die Cybersicherheit ist eine Schwachstelle in Log4j, einem weit verbreiteten, Java-basierten Logging-Tool, das in vielen Geschäftsanwendungen zum Einsatz kommt. Wird diese Schwachstelle (CVE-2021-44228) nicht behoben, kann sie Hackern potenziell massiven Schaden in der Infrastruktur Ihres Unternehmens ermöglichen. Der Schlüssel zum Schutz liegt in der Erkennung und Behebung der Log4j-Schwachstelle. Dieser Leitfaden soll Cybersicherheitsverantwortlichen ein umfassendes Verständnis des Problems sowie praktische Schritte zur Erkennung und Minderung des Risikos vermitteln.
Die Schwachstelle verstehen
Bevor wir uns mit der Erkennung von Log4j-Schwachstellen befassen, ist es unerlässlich, deren Natur zu verstehen. Log4j ist eine Komponente des Apache Logging Services Project der Apache Software Foundation. Die Schwachstelle, auch bekannt als Log4Shell, betrifft die Versionen 2.0-beta9 bis 2.14.1.
Log4j wird in Java-Anwendungen häufig zur Protokollierung von Aktivitäten eingesetzt, wodurch diese Sicherheitslücke ein potenzielles Risiko für Unternehmen darstellt. Hacker, die diese Schwachstelle ausnutzen, können beliebigen Code ausführen, Dienste stören und Datenlecks verursachen.
Die Kritikalität der Log4j-Erkennung
Die Voraussetzung für die Behebung dieser Sicherheitslücke ist eine effektive Erkennung von log4j. Die Erkennung der Verwendung der Log4j-Bibliothek in Ihrem System kann sich als schwierig erweisen, da diese oft tief in viele Anwendungen eingebettet ist.
Erkennung der Schwachstelle
Der erste Schritt zur Log4j-Erkennung besteht darin, herauszufinden, welche Anwendungen die Java-Logging-Bibliothek verwenden. Dies erreichen Sie durch die Suche nach JAR-Dateien (Java-Archivdateien) auf Ihrem System. JAR-Dateien sind komprimierte Dateipakete, die typischerweise verwendet werden, um viele Java-Klassendateien sowie deren zugehörige Metadaten und Ressourcen in einer einzigen Datei für die Verteilung zusammenzufassen.
Sie können auch automatisierte Sicherheitsscanner zur Erkennung von log4j verwenden. Diese scannen aktiv IP-Bereiche und identifizieren offene Ports und laufende Dienste. Sollten sie eine Anwendung erkennen, die bekanntermaßen von der Log4Shell-Schwachstelle betroffen ist, werden Sie benachrichtigt.
Viele Softwareanbieter haben zudem spezielle Erkennungstools veröffentlicht, die auf die Aufdeckung dieser Schwachstelle abzielen. Anbieter von Sicherheitslösungen haben ihre Datenbanken für Bedrohungsdaten aktualisiert und die Log4Shell-Indikatoren für eine Kompromittierung (IoCs) aufgenommen, wodurch die Erkennung und Behebung der Sicherheitslücke erleichtert wird.
Abschwächung der Schwachstelle
Nach erfolgreicher Erkennung der Log4j-Schwachstelle besteht der nächste Schritt in der Behebung dieser Sicherheitslücke. Am einfachsten und effektivsten lässt sich die Log4j-Schwachstelle durch ein Upgrade auf Log4j Version 2.15.0 oder neuer, in der die Sicherheitslücke geschlossen wurde, beheben.
Ist ein Upgrade nicht sofort möglich, kann alternativ die Systemeigenschaft `log4j2.formatMsgNoLookups` auf `true` gesetzt werden. Dadurch wird die Ausnutzung der anfälligen JNDI-Lookup-Funktion verhindert. Diese Vorgehensweise ist jedoch nicht in allen Anwendungsfällen anwendbar.
Es kann auch hilfreich sein, den Netzwerkverkehr auf Anzeichen eines Angriffsversuchs zu überwachen. Reguläre Ausdrücke (Regex) sind in diesem Fall ein effektives Werkzeug, da sie ungewöhnliche Muster im Zusammenhang mit dem Log4Shell-Exploit erkennen können. Netzwerk-Intrusion-Detection-Systeme (NIDS), die mit aktuellen Bedrohungsdaten angereichert sind, können bei der Erkennung auftretender Bedrohungen unterstützen.
Beim Beheben von Sicherheitslücken oder Implementieren von Workarounds sollten Sie Änderungen stets in einer kontrollierten Umgebung testen, bevor Sie sie im Produktivbetrieb einsetzen. Sichern Sie Ihr System regelmäßig und halten Sie Ihre Notfall- und Wiederherstellungspläne stets aktuell und griffbereit.
Abschluss
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Log4j-Schwachstelle das ungebremste Potenzial von Cyberangriffen auf Unternehmen offenlegt. Sie unterstreicht die Notwendigkeit kontinuierlicher Sicherheitsüberwachung mithilfe von Tools wie der Log4j-Erkennung, da Angreifer häufig auf gängige und weit verbreitete Technologien mit potenziellen Sicherheitslücken abzielen. Denken Sie daran: Die Bedrohung zu erkennen ist der erste Schritt, die Anwendung effektiver Erkennungsmethoden der zweite und die umgehende Behebung das entscheidende Mittel. Die Einhaltung bewährter Verfahren im Schwachstellenmanagement stellt sicher, dass selbst solch schwerwiegende Schwachstellen rechtzeitig behoben werden können, um ernsthafte Schäden an der Infrastruktur Ihres Unternehmens zu verhindern.