Angesichts der rasanten Digitalisierung vieler Branchen ist es nicht mehr die Frage, ob Ihre Systeme angegriffen werden, sondern wann. Um diese unvermeidliche Herausforderung zu verstehen und sich darauf vorzubereiten, betrachten wir die zehn größten Risiken des Open Web Application Security Project (OWASP) und untersuchen Möglichkeiten zu deren Minderung. OWASP ist eine gemeinnützige Organisation mit einer weltweiten Community, die sich der Verbesserung der Softwaresicherheit verschrieben hat. Die zehn größten Risiken von OWASP dienen Organisationen als Leitfaden für die effektive Absicherung ihrer Softwareanwendungen.
Einführung
Die OWASP Top 10 Risiken umfassen die bedeutendsten und am weitesten verbreiteten Bedrohungen für die Sicherheit von Webanwendungen. Durch das Verständnis und die Bewältigung dieser Risiken können Unternehmen ihre Anfälligkeit effektiv reduzieren und potenzielle Schäden minimieren. Dieser Leitfaden bietet einen detaillierten Überblick über diese Risiken sowie Strategien zu deren Minderung.
Die OWASP Top 10 Risiken: Ein Überblick
Die aktuelle Version der OWASP Top 10-Risiken, zuletzt aktualisiert im Jahr 2017, umfasst die folgenden Schwachstellen:
- Injektion
- Fehlerhafte Authentifizierung
- Offenlegung sensibler Daten
- XML External Entity (XXE)
- Defekte Zugangskontrolle
- Sicherheitsfehlkonfiguration
- Cross-Site-Scripting (XSS)
- Unsichere Deserialisierung
- Verwendung von Komponenten mit bekannten Sicherheitslücken
- Unzureichende Protokollierung und Überwachung
Lassen Sie uns jedes dieser Risiken im Detail betrachten und Möglichkeiten zu deren Minderung erkunden.
Injektion
Injection-Schwachstellen entstehen, wenn eine Anwendung nicht vertrauenswürdige Daten im Rahmen eines Befehls oder einer Abfrage an einen Interpreter sendet. Angreifer können dies ausnutzen, um den Interpreter zur Ausführung unbeabsichtigter Befehle oder zum Zugriff auf Daten zu verleiten. Um Injection-Risiken zu minimieren, sollten Benutzereingaben validiert, gefiltert und bereinigt sowie parametrisierte Abfragen oder vorbereitete Anweisungen verwendet werden.
Fehlerhafte Authentifizierung
Anwendungsfunktionen im Zusammenhang mit Authentifizierung und Sitzungsverwaltung sind häufig fehlerhaft implementiert, wodurch Angreifer Passwörter, Schlüssel oder Sitzungstoken kompromittieren können. Um dieses Risiko zu minimieren, empfiehlt sich die Implementierung einer Multi-Faktor-Authentifizierung und die Begrenzung der Anzahl fehlgeschlagener Anmeldeversuche.
Offenlegung sensibler Daten
Viele Webanwendungen schützen sensible Daten wie Finanzinformationen unzureichend, was zu Identitätsdiebstahl und Betrug führen kann. Verschlüsseln Sie alle sensiblen Daten im Ruhezustand und während der Übertragung und beschränken Sie deren Offenlegung so weit wie möglich.
XML External Entity (XXE)
Ältere oder schlecht konfigurierte XML-Prozessoren werten externe Entitätsreferenzen in XML-Dokumenten aus und legen dadurch interne Dateien offen. Um XXE-Angriffe zu verhindern, sollten Sie weniger komplexe Datenformate wie JSON verwenden und alle XML-Bibliotheken patchen oder aktualisieren.
Defekte Zugangskontrolle
Unzureichend geschützte Endpunkte ermöglichen es Angreifern, diese Schwachstellen auszunutzen, um auf unautorisierte Funktionen oder Daten zuzugreifen. Entwickler können fehlerhafte Zugriffskontrolle verhindern, indem sie das Prinzip der minimalen Berechtigungen durchsetzen.
Sicherheitsfehlkonfiguration
Dies kann geschehen, wenn ein Angreifer auf Standardkonten, ungenutzte Seiten oder ungepatchte Sicherheitslücken im System zugreift. Führen Sie regelmäßig Überprüfungen auf Sicherheitsfehlkonfigurationen durch, um dies zu verhindern.
Cross-Site-Scripting (XSS)
XSS-Schwachstellen ermöglichen es Angreifern, Schadcode in Webseiten einzuschleusen, die von anderen Nutzern aufgerufen werden. Um XSS-Schwachstellen zu beheben, sollten Sie eine Content-Security-Policy implementieren und Benutzereingaben bereinigen.
Unsichere Deserialisierung
Unsichere Deserialisierung führt häufig zur Ausführung von Schadcode aus der Ferne. Die Überwachung der Deserialisierung in Verbindung mit Integritätsprüfungen und strengen Typbeschränkungen kann helfen, Angriffe zu verhindern.
Verwendung von Komponenten mit bekannten Sicherheitslücken
Komponenten mit bekannten Sicherheitslücken können die Anwendungssicherheit schwächen und verschiedene Angriffe ermöglichen. Um dieses Risiko zu vermeiden, sollten alle Komponenten regelmäßig aktualisiert und mit Patches versehen werden.
Unzureichende Protokollierung und Überwachung
Unzureichende Protokollierung und Überwachung in Verbindung mit fehlender oder ineffektiver Reaktion auf Sicherheitsvorfälle ermöglichen es Angreifern, sich dauerhaft Zugang zu verschaffen. Stellen Sie sicher, dass Sie umfassende Protokollanalysen und Notfallpläne implementiert haben.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Verständnis und die Minderung der OWASP Top 10-Risiken für jedes Unternehmen von entscheidender Bedeutung sind. Dieser Leitfaden bietet zwar einen umfassenden Einblick in jedes der OWASP Top 10-Risiken, die Liste wird jedoch fortlaufend aktualisiert und spiegelt die Veränderungen in der Cybersicherheit wider. Ob Injection, fehlerhafte Authentifizierung oder unzureichende Protokollierung und Überwachung – diese Schwachstellen können Ihre Anwendungen potenziellen Bedrohungen aussetzen. Die Abwehr der OWASP Top 10-Risiken wird diese Bedrohungen deutlich reduzieren und Sie für den Umgang mit zukünftigen Risiken wappnen.