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Die OWASP Top 10 entschlüsselt: Ein detaillierter Blick auf die wichtigsten Cybersicherheitsbedrohungen von heute

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John Price
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Für Cybersicherheitsexperten und -begeisterte ist das Verständnis moderner Bedrohungen unerlässlich, um jede digitale Umgebung zu schützen. In diesem detaillierten Blick auf die „OWASP Top 10 Bedrohungen“ beleuchten wir die wichtigsten Cyberbedrohungen, die vom Open Web Application Security Project (OWASP) in seiner Top-10-Liste aufgeführt werden. Diese Liste, zuletzt aktualisiert im Jahr 2021, dient Softwareentwicklern und Experten für Webanwendungssicherheit als Standardinstrument zur Sensibilisierung für Sicherheitslücken. Die Methodik basiert auf veröffentlichten Schwachstellendaten, die mithilfe eines Konsensverfahrens ausgewertet werden und so ein präzises Bild der aktuellen Sicherheitslage im Webbereich liefern.

Heutzutage ist die Frage der Cyberbedrohungen nicht mehr das Ob, sondern das Wann. Daher ist es unerlässlich, die bestehenden Schwachstellen, ihre Auswirkungen und Präventionsmaßnahmen zu kennen. Das Verständnis der „OWASP Top 10 Bedrohungen“ ist daher ein grundlegender Ausgangspunkt für jeden Entwickler und Sicherheitsanalysten. In diesem Beitrag stellen wir diese zehn Bedrohungen vor und bieten Ihnen damit eine Basis, auf der Sie sichere Anwendungen entwickeln oder fundierte Cybersicherheitsaudits durchführen können.

Injektion

Die erste Bedrohung auf der OWASP-Liste ist Injection. Diese tritt auf, wenn nicht vertrauenswürdige Daten als Teil eines Befehls oder einer Abfrage gesendet werden und den Interpreter so dazu verleiten, unbeabsichtigte Befehle auszuführen oder auf Daten zuzugreifen. Um dies zu verhindern, müssen Daten von Befehlen und Abfragen getrennt gehalten werden. Dies lässt sich in der Regel durch die Verwendung sicherer API- oder ORM-Bibliotheken erreichen.

Fehlerhafte Authentifizierung

Fehlerhafte Authentifizierung macht das System aufgrund von Designmängeln im Authentifizierungsprotokoll für unautorisierte Benutzer zugänglich. Um dies zu verhindern, muss die Multi-Faktor-Authentifizierung implementiert und auf die Verwendung von Standardanmeldeinformationen verzichtet werden.

Offenlegung sensibler Daten

Diese Sicherheitslücke tritt auf, wenn eine Anwendung sensible Informationen wie Finanzdaten, Benutzernamen und Passwörter nicht ausreichend schützt. Durch Datenverschlüsselung, Deaktivierung der automatischen Vervollständigung in Formularfeldern und Einschränkung des Datenzugriffs mittels rollenbasierter Zugriffskontrolle lässt sich dieses Problem beheben.

XML External Entity (XXE)

XXE-Schwachstellen treten auf, wenn ein XML-Parser XML-Eingaben verarbeitet, die einen Verweis auf eine externe Entität enthalten. Diese Bedrohungen lassen sich abmildern, indem die Verarbeitung externer XML-Entitäten im XML-Parser der Anwendung deaktiviert wird.

Defekte Zugangskontrolle

Diese Schwachstellen ermöglichen es Angreifern, die Beschränkungen autorisierter Benutzer zu umgehen. Dies lässt sich beheben, indem serverseitige Autorisierungsprüfungen durchgeführt und die CORS-Nutzung minimiert wird.

Sicherheitsfehlkonfigurationen

Fehlkonfigurationen wie veraltete Software, unnötige Funktionen, Komponenten mit bekannten Sicherheitslücken usw. können Sicherheitsrisiken bergen. Daher ist ein automatisierter Prozess zur Überprüfung der in allen Umgebungen eingesetzten Sicherheitskonfigurationen unerlässlich.

Cross-Site-Scripting (XSS)

XSS-Schwachstellen treten auf, wenn eine Anwendung nicht vertrauenswürdige Daten ohne ausreichende Validierung in eine neue Webseite einbindet. Dadurch können Angreifer Skripte im Browser ausführen. Zu den Schutzmaßnahmen gehören die Verwendung von Bibliotheken, die nicht vertrauenswürdige HTTP-Anfragedaten maskieren, und die Implementierung einer Content-Security-Policy.

Unsichere Deserialisierung

Sicherheitslücken bei der Deserialisierung können es Angreifern ermöglichen, Code in der Anwendung aus der Ferne auszuführen oder Anwendungsabstürze herbeizuführen. Dies lässt sich durch die Implementierung von Integritätsprüfungen, wie beispielsweise digitalen Signaturen für serialisierte Objekte, verhindern.

Verwendung von Komponenten mit bekannten Sicherheitslücken

Anwendungen sind angreifbar, wenn sie Komponenten mit bekannten Sicherheitslücken verwenden, da diese die gesamte Anwendung gefährden können. Um dies zu beheben, müssen nicht benötigte Abhängigkeiten, Bibliotheken und Komponenten entfernt und sichergestellt werden, dass die Komponenten auf dem neuesten Stand sind.

Unzureichende Protokollierung und Überwachung

Unzureichende Protokollierung und Überwachung, gepaart mit einer mangelhaften Integration in die Reaktion auf Sicherheitsvorfälle , ermöglichen es Angreifern, anhaltende Angriffe durchzuführen. Zur Risikominderung muss sichergestellt werden, dass jeder Anmeldevorgang, ob erfolgreich oder fehlgeschlagen, protokolliert und regelmäßige Prüfungen durchgeführt werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es für Entwickler, Sicherheitsanalysten und alle, denen die Sicherheit einer digitalen Umgebung am Herzen liegt, unerlässlich ist, die „OWASP Top 10 Bedrohungen“ zu kennen. Die OWASP-Liste dient als Leitfaden und hilft uns, die Bedrohungen und Schwachstellen der heutigen Cyberlandschaft zu verstehen. Sie bildet die Grundlage für die Entwicklung und Verbesserung von Sicherheitsstrategien. Das Verständnis von Cyberbedrohungen ist jedoch ein kontinuierlicher Prozess. Die Landschaft verändert sich ständig, und regelmäßig entstehen neue Bedrohungen. Daher sollte man stets informiert, proaktiv und vorbereitet sein. Die Kenntnis potenzieller Risiken und die Ergreifung von Präventionsmaßnahmen sind der proaktive Ansatz, der darüber entscheidet, ob man sicher bleibt oder Cyberbedrohungen zum Opfer fällt.

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