Wenn es um Cybersicherheit geht, fällt unweigerlich der Begriff „Penetrationstester“. Er mag im Vergleich zu Positionen wie Sicherheitsanalyst oder Netzwerkadministrator weniger bekannt sein, spielt aber eine entscheidende und dynamische Rolle bei der Sicherung der Cyberinfrastruktur eines Unternehmens.
Penetrationstester, umgangssprachlich auch „ethische Hacker“ genannt, arbeiten als autorisierte Cybersicherheitsexperten, die sich auf das Aufspüren von Sicherheitslücken in webbasierten Anwendungen, Netzwerken und Systemen spezialisiert haben. Ihr Hauptziel ist es, diese Schwachstellen zu identifizieren und zu beheben, bevor sie von Angreifern ausgenutzt werden können.
Die Schlüsselrolle eines Penetrationstesters
Penetrationstester spielen eine entscheidende Rolle im Cybersicherheitskonzept eines Unternehmens. In ihrer täglichen Arbeit simulieren sie die Aktionen potenzieller Angreifer, um die Sicherheit der IT-Umgebung aus deren Perspektive zu bewerten. Diese Übung wird kontrolliert und risikofrei durchgeführt, sodass kein tatsächlicher Schaden am System oder der Netzwerkinfrastruktur entsteht.
Die bedeutende Rolle eines Penetrationstesters lässt sich in folgende Hauptphasen unterteilen:
1. Aufklärung
Dies ist die erste Phase, in der der Penetrationstester so viele Informationen wie möglich über das Zielsystem sammelt. Dabei kann er Techniken wie Netzwerk-Enumeration, IP-Spoofing oder Footprinting einsetzen.
2. Scannen
In dieser Phase arbeitet der Penetrationstester mit automatisierten Tools, um potenzielle Schwachstellen im System oder Netzwerk zu identifizieren. Typische Tools hierfür sind Nessus, Wireshark oder Nmap.
3. Zugang erlangen
Dies ist die Kernphase, in der ein Penetrationstester versucht, die identifizierten Schwachstellen auszunutzen, um unbefugten Zugriff auf das System oder Netzwerk zu erlangen.
4. Aufrechterhaltung des Zugangs
In dieser Phase versucht der Penetrationstester, den unberechtigten Zugriff über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten, um zu prüfen, ob die Schwachstelle ausgenutzt werden kann, um anhaltende schädliche Aktivitäten durchzuführen.
5. Spuren verwischen
In dieser Phase versucht der Penetrationstester, alle Spuren eines Eindringens zu beseitigen, um eine Entdeckung durch die Systemadministratoren oder Sicherheitsteams zu verhindern. Ziel ist es, zu bewerten, wie unauffällig ein potenzieller Angriff sein könnte.
Die Ergebnisse all dieser Phasen werden dann in einem umfassenden Bericht zusammengefasst, der die Schwachstellen, Risiken, Folgen und vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen detailliert beschreibt.
Die Notwendigkeit von Penetrationstests
Heutzutage werden Cyberbedrohungen immer ausgefeilter, weshalb Penetrationstests für jede Cybersicherheitsinfrastruktur unerlässlich sind. Penetrationstests helfen nicht nur bei der Überprüfung von Netzwerken und Systemen auf Sicherheitslücken und Schwachstellen, sondern unterstützen Unternehmen auch in folgenden Bereichen:
- Verstehen Sie das mit ihrer Cyberinfrastruktur verbundene Sicherheitsrisiko.
- Einhaltung der Cybersicherheitsvorschriften und -standards gewährleisten.
- Schützen Sie die Kundentreue und das Unternehmensimage, indem Sie die Sicherheit der Kundendaten gewährleisten.
Erforderliche Fähigkeiten eines Penetrationstesters
Die Tätigkeit als Penetrationstester erfordert eine Kombination aus technischen und sozialen Kompetenzen. Neben einem fundierten Verständnis von Systemen, Netzwerken und Programmiersprachen sollte ein Tester über Problemlösungskompetenz, analytisches Denkvermögen und eine ausgeprägte Neugier verfügen.
Unverzichtbare technische Fähigkeiten umfassen fundierte Kenntnisse in Skriptsprachen (Python, Perl, Shell), Verständnis von Netzwerkprotokollen, Datenbanken, Kryptographie und Expertise im Umgang mit spezialisierten Tools wie Metasploit, Burpsuit usw. Kontinuierliches Lernen und die Anpassung an neue Technologien und Taktiken sind ebenfalls Bestandteil des sich ständig weiterentwickelnden Bereichs des Penetration Testing .
Zertifizierungen für Penetrationstester
Relevante Zertifizierungen können potenziellen Arbeitgebern die Kompetenzen eines Penetrationstesters belegen. Zu den anerkannten Zertifizierungen in diesem Bereich zählen Certified Ethical Hacker (CEH), Offensive Security Certified Professional (OSCP) und Certified Penetration Tester (CPT). Diese Programme helfen Testern, fortgeschrittene Fähigkeiten und Methoden für Penetrationstests und Schwachstellenanalysen zu erwerben.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Penetrationstester eine entscheidende Rolle für die Stärkung der Cybersicherheitsinfrastruktur spielen. Angesichts der stetig zunehmenden und sich weiterentwickelnden Cyberangriffe wird der Bedarf an qualifizierten und zertifizierten Penetrationstestern zwangsläufig steigen. Durch die kontinuierliche Identifizierung und Behebung von Schwachstellen reduzieren sie die potenziellen Risiken von Cyberangriffen für Unternehmen weltweit erheblich.