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Risiken und Lösungen verstehen: Warum Standard-SSH-Passwörter eine Cybersicherheitsbedrohung darstellen

JP
John Price
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Es ist unerlässlich, die Bedrohungen der Cybersicherheit und ihre Abwehrmöglichkeiten zu verstehen. Eine Schwachstelle, die allzu oft übersehen und unterschätzt wird, ist das Risiko durch Standard-SSH-Passwörter – das sogenannte „ssh default password“. In diesem Artikel beleuchten wir die Risiken und die Lösungsansätze zur Bekämpfung dieser Bedrohungen im Detail.

Das Secure Shell (SSH)-Protokoll ist oft der Dreh- und Angelpunkt für die sichere Fernadministration von Systemen in einem Netzwerk. Angesichts der weitreichenden Auswirkungen und der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von SSH im täglichen IT-Betrieb wird deutlich, warum SSH ein begehrtes Ziel für Cyberkriminelle ist und warum jede Schwachstelle in diesem Sicherheitssystem so kritisch sein kann.

Das Problem mit Standard-SSH-Passwörtern

Hersteller liefern ihre Produkte häufig mit einem standardmäßigen SSH-Passwort aus. Das Problem dabei: Ohne ein individuell generiertes Passwort ist das System einem erheblichen Sicherheitsrisiko ausgesetzt. Es ist, als würde man seine Hausschlüssel unter der Fußmatte liegen lassen; für den Nutzer ist es zwar bequem, für Eindringlinge mit bösen Absichten aber genauso einfach. Standard-SSH-Passwörter sind in der Regel dokumentiert und frei im Internet verfügbar, was sie zu einem leichten Ziel für Angreifer macht.

Warum stellen Standard-SSH-Passwörter eine Bedrohung für die Cybersicherheit dar?

Die Folgen der Beibehaltung des SSH-Standardpassworts sind weitreichend. Durch den Zugriff auf ein System können Angreifer eine Vielzahl schädlicher Aktivitäten durchführen, darunter den Diebstahl oder die Manipulation von Daten, die Installation von Schadsoftware wie Ransomware oder Trojanern, die Nutzung des Systems als Ausgangspunkt für weitere Angriffe und sogar die Lahmlegung zentraler Infrastrukturen.

Fallstudien, die die Bedrohung aufzeigen

Im Jahr 2016 demonstrierte die Mirai-Malware das Ausmaß und die Folgen von Angriffen, die Standard-SSH-Passwörter ausnutzen. Bei diesem Angriff wurden zahlreiche IoT-Geräte, vorwiegend Heimrouter, infiziert und für nachfolgende DDoS-Angriffe (Distributed Denial-of-Service) missbraucht. Ein ähnliches Beispiel ist der Wurm „RickRoll“ aus dem Jahr 2008, der sich auf iPhones mit Jailbreak verbreitete, deren Root-Passwort unverändert blieb.

So mindern Sie die Bedrohung: Ändern der SSH-Standardpasswörter

Das Ändern des SSH-Standardpassworts sollte nach der Installation unbedingt erfolgen. Es ist ein einfacher Schritt, wird aber oft vernachlässigt. Das neue Passwort sollte zudem eindeutig sein und nicht für verschiedene Systeme oder Dienste wiederverwendet werden.

Implementierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung

Eine zusätzliche Sicherheitsebene lässt sich durch die Implementierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für SSH-Verbindungen einführen. Dabei ist für die Anmeldung eine zusätzliche Information erforderlich, häufig ein dynamisch generierter Code, wodurch unberechtigter Zugriff deutlich erschwert wird.

Aufrechterhaltung einer ordnungsgemäßen Benutzerzugriffskontrolle

Die Beschränkung der Anzahl der Personen, die SSH nutzen dürfen, kann das Risiko weiter reduzieren. Dies lässt sich durch die Implementierung einer Benutzerzugriffskontrolle erreichen, wodurch die Anzahl potenzieller Angriffsziele effektiv eingeschränkt wird.

Überwachung und Protokollierung der SSH-Aktivität

Die Überwachung der SSH-Aktivitäten gewährleistet, dass ungewöhnliches Verhalten schnell erkannt und potenzielle oder erfolgreiche Angriffe umgehend abgewehrt werden. Dies sollte stets durch regelmäßige Audits ergänzt werden, um jegliches Fehlverhalten auszuschließen.

Vorsichtsmaßnahmen ergreifen

Obwohl es einen zusätzlichen Schritt erfordert, kann die Einrichtung eines VPN-Tunnels für den SSH-Verkehr durch die Verschlüsselung des Datenverkehrs eine zusätzliche Schutzebene schaffen. Eine weitere proaktive Maßnahme besteht darin, den SSH-Dienst hinter einer Firewall zu verbergen und ihn so für Angreifer von außen unsichtbar zu machen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es vielfältige und nicht übermäßig komplizierte Lösungen gibt, um den Risiken der Verwendung von SSH-Standardpasswörtern entgegenzuwirken. Sie erfordern jedoch ein kontinuierliches Engagement für die Einhaltung bewährter Cybersicherheitspraktiken. Die Prävention von Cybersicherheitsvorfällen ist unbestreitbar effektiver und kostengünstiger als die Reaktion darauf. Durch die Förderung einer proaktiven Sicherheitsmentalität können wir dazu beitragen, den Schutz unserer wertvollen Daten und Systeme zu gewährleisten.

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