Das Verständnis der Auswirkungen von Cybersicherheitsbedrohungen ist ein entscheidender Bestandteil des Schutzes digitaler Assets in der heutigen vernetzten Welt. Eine dieser Bedrohungen, der sogenannte Lieferkettenangriff, hat sich als effektive und komplexe Methode von Cyberkriminellen herausgestellt, um in Systeme einzudringen und wertvolle Informationen zu stehlen. Dieser Blog bietet Ihnen ein umfassendes Verständnis von Lieferkettenangriffen anhand realer Beispiele und bereitet Sie so darauf vor, solche Bedrohungen zu erkennen, vorherzusehen und abzuwehren.
Was sind Lieferkettenangriffe?
Ein Lieferkettenangriff ist eine Art Cyberangriff, bei dem der Täter ein weniger sicheres Element im Netzwerk einer Organisation ins Visier nimmt – in der Regel einen Drittanbieter von Hardware- oder Softwarelösungen. Durch das Ausnutzen dieser „Schwachstelle“ kann ein Angreifer in das Kernnetzwerk des Ziels eindringen und seine schädigenden Ziele erreichen. Aufgrund ihrer indirekten Natur sind Lieferkettenangriffe oft schwer zu erkennen und somit auch schwer abzuwehren.
Beispiele für Angriffe auf Lieferketten
Der SolarWinds-Orion-Angriff
Einer der bedeutendsten und umstrittensten Lieferkettenangriffe der jüngeren Vergangenheit war der SolarWinds-Orion-Datendiebstahl. In diesem Fall kompromittierten die Täter die Orion-Plattform – ein Softwaretool zur Überwachung von IT-Ressourcen.
Die Täter schleusten eine Hintertür in den Quellcode von Orion ein, die anschließend im Rahmen eines routinemäßigen Software-Updates unbeabsichtigt von SolarWinds-Kunden installiert wurde. Durch diese Sicherheitslücke konnten die Angreifer in die Netzwerke der SolarWinds-Kunden eindringen und dabei mehrere hochrangige Organisationen, darunter Teile der US-Regierung, kompromittieren.
Der Target-Angriff auf Kassensysteme
Ein Beispiel für einen frühen, aber dennoch folgenreichen Angriff auf die Lieferkette war der Datendiebstahl beim bekannten US-amerikanischen Einzelhändler Target. Im Jahr 2013 verschafften sich Cyberkriminelle über einen Kälteanlagenbauer Zugang zu den Systemen von Target und kompromittierten so die Zahlungsinformationen von über 40 Millionen Kunden.
Die Angreifer infizierten zunächst die Systeme des Auftragnehmers mit Schadsoftware. Über Netzwerkverbindungen vom Auftragnehmer zum Netzwerk von Target verbreitete sich die Schadsoftware in den Systemen des Einzelhändlers und sammelte und übermittelte Kreditkarteninformationen von Kunden.
Die Bedrohung verstehen
Diese Beispiele für Lieferkettenangriffe verdeutlichen das zerstörerische Potenzial solcher Angriffe, sowohl in Bezug auf finanzielle als auch auf Reputationsschäden. Darüber hinaus unterstreichen sie ein grundlegendes Problem, mit dem Unternehmen im Umgang mit Cyberbedrohungen konfrontiert sind: das Risiko durch Dritte.
Da Unternehmen zunehmend mit ihren Partnern vernetzt sind, wird der Bedarf an robusten Cybersicherheitsmaßnahmen entlang der gesamten Lieferkette unerlässlich. Ob Hardwarehersteller, Softwareentwickler, Dienstleister oder selbst scheinbar harmlose Unternehmen wie HLK-Installateure – wenn sie mit Ihren Kernsystemen verbunden sind, stellen sie ein potenzielles Sicherheitsrisiko dar.
Abwehr von Angriffen auf die Lieferkette
Die Bedrohung durch Lieferkettenangriffe ist zwar offensichtlich, doch die Abwehr solcher Angriffe ist keine einfache Aufgabe. Folgende Präventivmaßnahmen können jedoch wesentlich dazu beitragen, das Risiko eines erfolgreichen Lieferkettenangriffs zu verringern:
Schwachstellenmanagement: Stellen Sie sicher, dass Ihre Lieferanten regelmäßig Schwachstellen in ihren Produkten und Dienstleistungen prüfen, melden und beheben. Kontinuierliche Überwachung hilft, potenzielle Bedrohungen zu erkennen, bevor sie ausgenutzt werden können.
Sicherheitsaudits: Führen Sie regelmäßig Audits Ihrer Drittanbieter durch. Sicherheitsaudits bieten eine Möglichkeit, die Wirksamkeit der Cybersicherheitsmaßnahmen Ihrer Lieferanten zu überprüfen und Schwachstellen zu identifizieren, die behoben werden müssen.
Notfallpläne: Erstellen Sie einen Notfallplan, der auch Angriffe auf die Lieferkette umfasst. Die Festlegung klarer Schritte für den Fall eines Angriffs kann den entstandenen Schaden drastisch reduzieren.
Abschließend
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Lieferkettenangriffe komplexe und gravierende Bedrohungen für die Cybersicherheit darstellen. Durch das Verständnis realer Beispiele solcher Angriffe können Unternehmen das Risiko dieser indirekten Angriffe besser einschätzen. Dieses Verständnis allein reicht jedoch nicht aus. Um sich proaktiv gegen diese Bedrohungen zu schützen, sind umfassende Sicherheitsprotokolle und ständige Wachsamkeit entlang der gesamten Lieferkette erforderlich. Auch wenn sich die digitale Landschaft stetig weiterentwickelt, bleibt eines konstant: Cybersicherheit ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.