Täglich verlassen wir uns in unserem Alltag zunehmend auf die Digitalisierung – vom Online-Banking über soziale Netzwerke bis hin zum Homeoffice. Diese wachsende Vernetzung hat die Herausforderungen im Bereich der Cybersicherheit erheblich verschärft und komplexer gemacht. Vor allem die Cybersicherheitsrisiken durch Drittanbieter haben sich deutlich verstärkt und sind für Unternehmen weltweit zu einer unvermeidlichen Belastung geworden. Dieser Beitrag beleuchtet diese Risiken, präsentiert Beispiele aus der Praxis und erörtert die effektivsten Präventionsstrategien. Im Mittelpunkt steht dabei das Thema „Beispiele für Risiken durch Drittanbieter“.
Verständnis der Cybersicherheitsrisiken von Drittanbietern
Cybersicherheitsrisiken durch Dritte entstehen, wenn ein externer Akteur, der Zugriff auf die Datensysteme Ihres Unternehmens hat, keine angemessenen Sicherheitsmaßnahmen ergreift und dadurch unbefugten Datenzugriff ermöglicht. Zu diesen Dritten zählen Lieferanten, Dienstleister, Auftragnehmer und alle Geschäftspartner, die Zugriff auf Ihre sensiblen Daten und Systeme haben.
Die Bewältigung dieser Risiken ist ein integraler Bestandteil jeder Cybersicherheitsstrategie, da eine Kompromittierung eines Drittsystems direkte Auswirkungen auf Ihr Unternehmen haben kann. Es ist vergleichbar mit einem Dominoeffekt: Ein einziges schwaches Glied in der Sicherheitskette kann das gesamte Sicherheitssystem lahmlegen.
Beispiele aus der Praxis für Cybersicherheitsrisiken durch Drittanbieter
Die Untersuchung von Beispielen für „Drittparteirisiken“ kann weitere Einblicke in die realen Auswirkungen solcher Verstöße liefern.
1. Der Zielbruch
Eines der gravierendsten Cybersicherheitsrisiken durch Drittanbieter betraf die Target Corporation, einen führenden US-amerikanischen Einzelhandelskonzern. Im Jahr 2013 hackten Cyberkriminelle den externen HLK-Anlagenanbieter (Heizung, Lüftung, Klimaanlage) von Target, um sich Zugang zum Netzwerk von Target zu verschaffen. Dies führte zum Diebstahl persönlicher Daten von 70 Millionen Kunden und 40 Millionen Kredit- und Debitkartendatensätzen. Dieser Vorfall verdeutlicht, dass selbst scheinbar unabhängige Drittanbieter zu einem Einfallstor für Hacker werden können.
2. Der SolarWinds-Hack
Im Jahr 2020 ereignete sich beim Softwareanbieter SolarWinds ein massiver Cyberangriff, von dem weltweit 33.000 Kunden betroffen waren. Cyberkriminelle schleusten Schadcode in Software-Updates von SolarWinds ein, die zahlreiche Unternehmen unwissentlich installierten und den Hackern so weitreichenden Zugriff auf ihre Systeme ermöglichten. Dieser Vorfall verdeutlicht eindrücklich, dass auch Drittanbieter von Software ein potenzielles Risiko darstellen können.
Präventionsstrategien
Eine wirksame Cybersicherheitsstrategie zur Minderung von Drittparteirisiken sollte umfassend sein und eine sorgfältige Auswahl, kontinuierliche Überwachung sowie maßgeschneiderte vertragliche Schutzmaßnahmen beinhalten. Im Folgenden werden einige wichtige Elemente dieser Strategie erläutert.
1. Sorgfältige Prüfung bei der Auswahl
Vor der Einbindung externer Dienstleister sollten Sie gründliche Cyberrisikoanalysen durchführen, um deren Sicherheitsprotokolle zu verstehen. Bewerten Sie unter anderem deren IT-Infrastruktur, Cybersicherheitsmaßnahmen sowie Datenverarbeitungs- und Speicherpraktiken. Diese sorgfältige Prüfung im Auswahlprozess hilft, Dienstleister mit schwachen Cybersicherheitsstrukturen auszusortieren.
2. Kontinuierliche Überwachung
Die kontinuierliche Überwachung umfasst die regelmäßige Bewertung der Cybersicherheitsmaßnahmen von Drittanbietern. Regelmäßige Audits, Inspektionen und Nachkontrollen sind unerlässlich, um die aktive Einhaltung von Cybersicherheitsnormen und -vorschriften zu gewährleisten.
3. Definition der Vertragsbedingungen
Ein gut formulierter Vertrag ist entscheidend, um Cybersicherheitsrisiken durch Dritte zu minimieren. Der Vertrag sollte wichtige Parameter wie Datenzugriffsrechte, Datenschutzverpflichtungen, Sicherheitsanforderungen, Meldeverfahren und Haftungsfragen klar definieren. Es empfiehlt sich außerdem, Klauseln zu regelmäßigen Audits und der umgehenden Behebung potenzieller Schwachstellen aufzunehmen.
4. Notfallplan
Ein weiterer entscheidender Aspekt einer Präventionsstrategie ist ein gut ausgearbeiteter Notfallplan . Dieser Plan sollte die im Falle einer Sicherheitsverletzung zu ergreifenden Schritte, Rollen und Verantwortlichkeiten, Kommunikationswege sowie Nachbereitungsanalysen detailliert beschreiben, um eine effiziente Schadensbegrenzung zu gewährleisten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Herausforderungen im Zusammenhang mit Drittparteirisiken zwar erheblich sind, sich aber durch einen strategischen und strukturierten Ansatz deutlich mindern lassen. Die Betrachtung von Beispielen für Drittparteirisiken liefert wertvolle Erkenntnisse über die Verwundbarkeit selbst der sichersten Organisationen. Durch die Anwendung umfassender Cybersicherheitsstrategien, einschließlich sorgfältiger Auswahl, kontinuierlicher Überwachung, klarer Vertragsbedingungen und einer effizienten Strategie zur Reaktion auf Sicherheitsvorfälle , können sich Unternehmen angemessen vor Cybersicherheitsrisiken durch Dritte schützen. Der Fokus muss stets darauf liegen, nicht nur das eigene Unternehmen zu schützen, sondern auch die Risiken zu verstehen und zu minimieren, die von allen externen Verbindungen ausgehen, auf die das Unternehmen Zugriff hat. Denn letztendlich ist Cybersicherheit nur so stark wie ihr schwächstes Glied.