Cybersicherheit ist aufgrund der zunehmenden Vernetzung und digitalen Interaktion zu einem zentralen Anliegen für Unternehmen verschiedenster Branchen geworden. Ein oft übersehener Aspekt sind die Risiken durch Drittanbieter, die Unternehmen unwissentlich Sicherheitslücken und Sicherheitslücken aussetzen können. Dieser Beitrag beleuchtet diese Risiken und bietet anhand von Beispielen aus der Praxis mögliche Lösungsansätze für Unternehmen.
Verständnis der Risiken von Drittanbietern
Risiken durch Drittanbieter umfassen potenzielle Cyberbedrohungen, die von Anbietern oder anderen Partnern ausgehen, die Zugriff auf die Systeme oder Daten einer Organisation haben. Beispiele für diese Risiken sind Datenlecks, Systemausfälle oder Zuverlässigkeitsprobleme, die häufig auf unzureichende Sicherheitsrichtlinien oder -praktiken des Drittanbieters zurückzuführen sind.
Beispiele von Drittanbietern aus der Praxis
Beispiel 1: Zielüberschreitung
Eines der wohl bekanntesten Beispiele für die Nutzung von Drittanbietern ist der Datendiebstahl bei Target im Jahr 2013. Angreifer verschafften sich über einen HLK-Dienstleister Zugang zum Netzwerk des Einzelhandelsriesen. Der Datendiebstahl führte zur Offenlegung der persönlichen Daten von rund 70 Millionen Kunden.
Beispiel 2: Sicherheitslücke bei Home Depot
Im Jahr 2014 wurde auch der Einzelhandelsriese Home Depot Opfer eines Datenlecks, als Benutzername und Passwort eines Lieferanten gestohlen wurden. Die Hacker erlangten Zugriff auf die Zahlungsdaten von 56 Millionen Kunden, was verdeutlicht, wie katastrophal Datenlecks im Zusammenhang mit Lieferanten sein können.
Beispiel 3: SolarWinds-Hack
Der SolarWinds-Datendiebstahl im Jahr 2020 ist ein weiteres typisches Beispiel für einen Drittanbieter, bei dem das Produkt eines Softwareanbieters manipuliert wurde, um unbefugten Zugriff auf die Netzwerke seiner Kunden zu ermöglichen. Dieser Vorfall betraf große Unternehmen und verdeutlichte die weitreichenden Folgen der Risiken durch Drittanbieter.
Management von Drittanbieterrisiken
Durchführung der Due-Diligence-Prüfung
Um die Risiken von Drittanbietern zu minimieren, müssen Unternehmen vor der Beauftragung eine sorgfältige Prüfung durchführen und die Sicherheitspraktiken und den Ruf des Anbieters bewerten. Dabei kann es hilfreich sein, nach Audit-Logs, Zertifizierungen und Notfallplänen zu fragen oder auch Rücksprache mit früheren Kunden zu halten.
Starke Verträge abschließen
In den Verträgen sollten die Sicherheitsanforderungen, die die Anbieter erfüllen müssen, sowie die Verantwortlichkeiten für etwaige Datenschutzverletzungen oder Sicherheitsvorfälle klar dargelegt werden.
Kontinuierliche Überwachung
Die kontinuierliche Überwachung hilft, potenzielle Cyberbedrohungen zu erkennen und zu bewältigen. Dieses Verfahren umfasst die ständige Beobachtung der Aktivitäten des Anbieters und die sofortige Behebung auftretender Probleme.
Mögliche Lösungen
Cybersicherheits-Technologielösungen
Mehrere Cybersicherheitslösungen können dazu beitragen, anbieterbezogene Risiken zu vermeiden. Dazu gehören Intrusion-Detection-Systeme, Firewalls, sichere Gateways und weitere Systeme, die entwickelt wurden, um unbefugten Zugriff zu verhindern oder potenzielle Bedrohungen zu identifizieren.
Lösungen für das Lieferantenrisikomanagement
Systeme wie GRC-Tools (Governance, Risk, and Compliance) sind auf das Management von Lieferantenrisiken spezialisiert und bieten Funktionen wie Risikobewertungen, die Automatisierung von Due-Diligence-Fragebögen, Vertragsmanagement und Überwachungsmöglichkeiten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Risiken durch Drittanbieter eine erhebliche Bedrohung für Unternehmen darstellen, wie zahlreiche Beispiele aus den vergangenen Jahren belegen. Unternehmen müssen diese Risiken verstehen und proaktiv Maßnahmen ergreifen, um potenzielle Schäden zu managen und zu minimieren. Durch die Anwendung von Sorgfaltspflichten, die Ausarbeitung robuster Verträge, den Einsatz von Überwachungsverfahren und die Implementierung spezialisierter Lösungen können Unternehmen ihr Risiko durch Drittanbieter deutlich reduzieren. Beispiele aus der Praxis liefern wichtige Lektionen für Unternehmen, die sich noch immer davor scheuen, Cybersicherheitsmaßnahmen im Zusammenhang mit Drittanbietern Priorität einzuräumen.