Der Begriff „Spear-Phishing“ ist in Diskussionen über Cybersicherheit immer häufiger anzutreffen. Ähnlich wie der Name schon sagt, geht es beim Spear-Phishing darum, gezielt nach wertvollen Daten zu suchen. Doch die Risiken in dieser Cyberbedrohungslandschaft sind weitaus größer als bei einem einfachen Angelausflug. Die Arten von Spear-Phishing-Angriffen sind vielfältig und jeweils auf spezifische Ziele zugeschnitten. Indem sie Cyberbedrohungen als legitime E-Mails oder Websites tarnen, gelingt es Angreifern, sensible Daten aus unterschiedlichsten Quellen zu stehlen – von prominenten Einzelpersonen bis hin zu globalen Konzernen.
Die verschiedenen Arten von Spear-Phishing-Angriffen weisen jeweils einzigartige Merkmale auf, die auf unterschiedliche Ziele zugeschnitten sind und sie dadurch gefährlicher und effektiver machen. Dieser Artikel beleuchtet die komplexe Welt dieser Cyberbedrohungen und bietet Einblicke in die verschiedenen Arten von Spear-Phishing im Kontext der Cybersicherheit.
Business Email Compromise (BEC)
Bei BEC-Angriffen (Business Email Compromise) gibt sich der Hacker als hochrangige Führungskraft oder Entscheidungsträger eines Unternehmens aus, typischerweise über eine gefälschte E-Mail, um den Empfänger zur Überweisung von Geld oder sensiblen Daten zu verleiten. Diese Art von Spear-Phishing-Angriff ist oft hochgradig zielgerichtet und erfordert vom Kriminellen erhebliche Vorarbeit, um eine vertrauenswürdige Person im Unternehmen überzeugend zu imitieren.
Walfang
Im Gegensatz zu BEC zielt Whaling gezielt auf hochrangige Personen innerhalb einer Organisation ab. Dazu gehören Führungskräfte der obersten Ebene, Politiker und Prominente. Der Angreifer passt die Phishing-Taktiken an die individuellen Gewohnheiten und Vorlieben des Opfers an, um die Erfolgsquote des Betrugs zu erhöhen. Whaling-Angriffe beinhalten oft personalisierte E-Mails mit dem Namen, der Telefonnummer und anderen persönlichen Informationen des Opfers, um dem Betrug Glaubwürdigkeit zu verleihen.
Angriffe an Wasserstellen
Bei Watering-Hole-Angriffen infizieren Angreifer Webseiten, die von ihren Zielpersonen häufig besucht werden. Sobald das Opfer die kompromittierte Webseite aufruft, wird Schadsoftware auf dem Gerät des Nutzers installiert. Dadurch erhält der Angreifer Zugriff auf das Gerät und das zugehörige Netzwerk. Diese Art von Spear-Phishing-Angriff zielt häufig auf bestimmte Branchen oder Sektoren ab, wobei der Angreifer ein sogenanntes „Watering Hole“ auswählt, das seine Ziele mit hoher Wahrscheinlichkeit besuchen.
Phishing-Angriffe mit Klonen
Beim Klon-Phishing kopiert der Angreifer eine legitime E-Mail, die einen Anhang oder einen Link enthält. Diese kopierte E-Mail wird dann von einer gefälschten E-Mail-Adresse versendet, die den Anschein erweckt, vom ursprünglichen Absender zu stammen. Sie gibt sich möglicherweise als erneute oder aktualisierte Version der Original-E-Mail aus, doch der Anhang oder Link wird durch eine schädliche Version ersetzt.
Rechnungsbetrug
Rechnungsbetrug ist eine beliebte Masche bei Spear-Phishing-Angriffen auf Unternehmen. Der Angreifer versendet eine E-Mail, die scheinbar von einem vertrauenswürdigen Lieferanten oder Dienstleister stammt und typischerweise eine gefälschte Rechnung enthält. Das Opfer, das die Rechnung für echt hält, überweist daraufhin Geld auf das Bankkonto des Angreifers.
Abschließend
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Spear-Phishing-Angriffe eine erhebliche Bedrohung in der heutigen Cybersicherheitslandschaft darstellen. Spezielle Methoden wie Business Email Compromise (BEC), Whaling, Watering Hole, Clone Phishing und Rechnungsbetrug sind auf bestimmte Ziele und Szenarien zugeschnitten und daher besonders wirksam. Durch das Verständnis dieser Arten von Spear-Phishing-Angriffen können sich Privatpersonen und Unternehmen vorbereiten und die notwendigen Vorkehrungen treffen, um ihre Anfälligkeit für diese Cyberbedrohungen zu verringern.