Die digitale Landschaft der heutigen Geschäftswelt ist dynamisch und hochgradig vernetzt. Wenn Systeme miteinander kommunizieren, können bestimmte Aspekte sie zu einem potenziellen Ziel für Cyberkriminelle machen. Da Unternehmen ihre digitalen Türen zunehmend für Drittanbieter, Kunden und Partner öffnen, trägt die Cybersicherheit Ihres Unternehmens die Last dieses weitverzweigten Netzwerks. Die entscheidende Frage, die viele vernachlässigen, lautet: Was ist ein Drittanbieterrisiko?
Der Begriff „Drittanbieterrisiko“ bezeichnet die potenziellen Gefahren, die sich aus der Zusammenarbeit mit Drittanbietern und verbundenen Unternehmen ergeben, insbesondere wenn diese Zugriff auf sensible Unternehmensdaten oder das Netzwerk haben. Die Cybersicherheitslandschaft ist zunehmend von potenziellen Drittanbieterbedrohungen geprägt, wie beispielsweise kompromittierter Software, dem Eindringen über gemeinsam genutzte Plattformen oder kompromittierten Anbieterdaten. Das Erkennen und Verstehen dieser Risiken ist für Unternehmen, die ihren Ruf, ihre finanziellen Vermögenswerte und Kundendaten schützen wollen, von entscheidender Bedeutung.
Warum nehmen Cyberrisiken durch Dritte zu?
Angesichts der zunehmenden Globalisierung der Wirtschaft und der wachsenden Digitalisierung sind Unternehmen immer stärker auf externe Dienstleister angewiesen. So nutzen Organisationen beispielsweise externe Anbieter für Lohnabrechnung, Datenspeicherung, IT-Services oder Kundensupport. Diese externen Dienstleistungen und ausgelagerten Prozesse führen zu gemeinsam genutzten Systemen, Management-Tools und Daten, wodurch potenziell eine Vielzahl von Cyberbedrohungen entstehen kann. Darüber hinaus vernachlässigen viele Organisationen die Berücksichtigung externer Dienstleister bei ihren Cyberrisikobewertungen, was das Risiko zusätzlich erhöhen kann.
Arten von Cyberrisiken durch Dritte
Das Verständnis der verschiedenen Arten von Drittparteirisiken ermöglicht es Unternehmen, effektive Risikomanagementstrategien zu implementieren. Cyberbedrohungen lassen sich grob in drei Kategorien einteilen: operative, reputationsbezogene und finanzielle Bedrohungen.
- Betriebliches Risiko: Diese Art von Risiko kann zu einer Störung oder Beeinträchtigung der vom Drittanbieter erbrachten Dienstleistungen führen.
- Reputationsschaden: Wird ein Drittanbieter Opfer eines Cybersicherheitsvorfalls, kann dies dem Ruf Ihres Unternehmens schaden. Die Gefährdung von Kundendaten durch einen Drittanbieter kann dazu führen, dass Kunden die Sicherheit Ihres Unternehmens infrage stellen.
- Finanziell: Cyberangriffe oder Datenpannen können direkte finanzielle Folgen in Form von Bußgeldern, Rechtsstreitigkeiten oder Geldverlusten aufgrund von Betrug nach sich ziehen.
Bewertung von Cybersicherheitsrisiken durch Dritte
Organisationen sollten ein robustes System zur Bewertung und Überwachung von Drittanbietern einsetzen. Folgende Schritte sollten dabei berücksichtigt werden:
- Identifizieren Sie alle Drittanbieter und verbundenen Unternehmen, die mit Ihrem Netzwerk oder Ihren sensiblen Daten interagieren.
- Führen Sie für jeden Drittanbieter eine Risikobewertung durch, basierend auf der Art der Interaktion und den Daten, auf die dieser Zugriff hat.
- Stellen Sie sicher, dass alle Drittanbieter die Cybersicherheitsstandards Ihrer Organisation oder andere relevante Standards einhalten.
- Die Risiken durch Drittparteien sollten regelmäßig neu bewertet werden, da sich Geschäftsbeziehungen weiterentwickeln oder sich die Cybersicherheitslandschaft verändert.
Prävention von Cyberrisiken durch Dritte
Die Vermeidung von Cyberrisiken durch Dritte erfordert einen proaktiven Ansatz und einen umfassenden Cybersicherheitsplan. Hier sind wichtige Strategien zur Vermeidung von Cyberrisiken durch Dritte:
- Strenge Sicherheitsstandards für Lieferanten festlegen: Anstatt davon auszugehen, dass Drittanbieter sicher sind, setzen Sie die Messlatte, indem Sie Ihre Sicherheitsstandards und Erwartungen an alle Lieferanten, mit denen Sie zusammenarbeiten, definieren.
- Regelmäßige Lieferantenaudits: Führen Sie regelmäßig Audits aller Drittanbieter durch, um sicherzustellen, dass diese die erforderlichen Sicherheitsstandards einhalten.
- Kontinuierliche Überwachung und Verbesserung: Überwachen Sie kontinuierlich Ihre Cybersicherheitsmaßnahmen bei Drittanbietern und aktualisieren Sie Ihre Praktiken zum Risikomanagement von Drittanbietern regelmäßig auf der Grundlage sich ändernder Bedrohungen und Geschäftsanforderungen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass unvorhergesehene Risiken in Beziehungen zu Drittanbietern ein entscheidender Bestandteil des Cyber-Risikomanagements sind, der von vielen Unternehmen nach wie vor vernachlässigt wird. Es ist unerlässlich zu verstehen, was Drittanbieterrisiken sind und die notwendigen Schritte zu deren Minderung einzuleiten. Die Entwicklung eines umfassenden Drittanbieter-Risikomanagementplans ist nicht nur eine vielversprechende Best Practice, sondern in der heutigen digitalen Welt für Unternehmen jeder Größe unerlässlich.